Die Nacht
Ich betrete dein Zimmer,
dein Anblick im fahlen Mondenschein,
er raubt mir den Verstand.
Meine Hand wandert langsam,
berührt deinen ganzen Körper,
berührt deine Seele.
Du erwachst,
schweißgebadet
doch ich bin schon fort.
Wie in jeder Nacht.
Der Duft deiner Lenden,
der Duft deiner Lippen,
wie gerne möchte ich sie fühlen.
Du liegst, ganz unbeschwert,
in deinem Bettchen, doch du ahnst,
ich bin da.
Du kannst dich nicht wehren,
du willst dich nicht wehren?
Wie in jeder Nacht.
Deine großen Augen,
sie leuchten, starren mich an,
deine Angst, sie beruhigt mich.
In der Nacht, in der ich blieb.
Du lebst, kannst spüren,
dass ich bei dir bin,
dass ich dich behüte.
Du schreist, du schlägst,
du weinst, du flehst – du fliehst
doch du kannst mir nicht entkommen!
Ich bin bei dir,
bewahre dich vor dem grellen Licht
der herannahenden Morgensonne.
In der Nacht, in der du starbst.
Sie finden dich,
blutleer und tot,
doch ich bin wieder fort.
Nach der Nacht, in der du starbst.