Sa
10
Jul
2010
Eman(n)zipation
Erst kürzlich musste ich eine Beratung bei der Agentur für Arbeit über mich ergehen lassen.
Während ich als meiner Dinge verharrte, wanderte mein Blick durch das Regal mit den ausliegenden Informationsblättern.
Abitur, Abitur Spezial für Eltern, Abitur Spezial für Mädchen und diverse andere Sonderausgaben für unsere weiblichen Mitmenschen.
Ich finde es ja schön, dass es ein spezielles Informationsprogramm gibt, aber wo bleiben dabei die Männer?
Wir werden in den normalen Ausgaben abgefertigt, zwischen den regulär enthaltenen Beiträgen für Eltern und Frauen,
die dennoch eine Sonderbehandlung bekommen.
Nun kann man natürlich sagen:
"Richtig so! Ich bin für die Gleichberechtigung, Frauen wurden lange genug unterdrückt!"
Leider stimmt das meiner Meinung nach nicht.
Die Emanzipation ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass Frauen nun nicht mehr nur gleichberechtigt behandelt werden wollen,
sondern die Männer gleichzeitig benachteiligt werden.
So gibt es etwa nicht selten bei Firmen eine Frauenquote, die besagt, dass ein gewisser Anteil der Angestellten weiblich sein muss.
Im Grunde natürlich keine schlechte Idee, doch hinterlässt es doch einen bitteren Nachgeschmack.
Selbst wenn sich ein Mann bewerben würde, der qualifizierter und besser für den Job geeignet wäre, würden ihm die Frauen vorgezogen werden.
Dies ist meiner Meinung nach eine Benachteiligung für den Mann, aber genauso auch eine Demütigung für die Frauen, so wird ihnen doch vermittelt, schlechter als die männlichen Geschöpfe zu sein, sodass sie eine Sonderregelung benötigen, um sich gegen sie behaupten zu können.
Ich denke, dass die Radikalfeministinnen leider die gesamte Frauenbewegung gegen die Wand laufen lassen.
Genauso ein Problem habe ich auch mit der neuen Genderreform in der deutschen Sprache.
Angefangen bei den Berufsbezeichnungen.
Früher hat es gereicht, dass Menschen sich unter dem Begriff "Arzt" eine Berufsgruppe vorstellen konnten.
Heutzutage muss diese Berufsgruppe mit den Begriffen "Ärztinnen und Ärzten" eingeleitet werden, andernfalls würden wir Sexisten ja davon ausgehen von rein männlichem Personal behandelt zu werden.
Wie sieht es da eigentlich mit dem Beruf der Krankenschwester aus? Gibt es dafür ein männlichen Pendant?
Davon abgesehen, dass es zumindest mir egal wäre, ob mir ein weiblicher oder ein männlicher Arzt den Arm wieder annäht,
sind es doch gerade diese unterschiedlichen Bezeichnungen, die den Fokus auf das Geschlecht der arbeitenden Person legen.
Aber ich denke, dass es früher einfach nicht genug zum Aufregen gab, deswegen war es zu einfach.
Bis zum nächsten Mal...
Eure sexistische ViniCent
