Sa
03
Apr
2010
Wahre Kunst
Eine lange Schlange ist es, an der ich mich anstelle. Zusammen mit einer Freundin stehe ich vor der Markthalle.
Es geht die Treppen schleppend hinauf. Die Security verlangsamt den Prozess der Fortbewegung.
"Kein Leathermen, Taschenmesser, Pfefferspray oder sonstiges dabei?" werde ich gefragt,
während zwei große, globige Hände meinen Körper absuchen.
"Nein, nur mein Portemonnaie, Handy und Zigaretten.. nichts gefährliches ;]" lautet meine Antwort.
Ich werde durchgewunken.
Andere haben es da schon deutlich schwerer.Hinter mir steht eine Frau, die ihre Sachen abgeben soll.
Deo- und Pfefferspray sind nun mal nicht so angebracht, man könnte sie schließlich benutzen.
"Schatz, ich muss zurück zum Auto...." höre ich sie noch sagen.
Ich gehe weiter die Treppen hinauf und frage mich, bis wohin man eigentlich geht. Ich muss gestehen,
die Markthalle habe ich zuvor noch nie aufgesucht.
Ich gehe an die Kasse, ganze 17 € werden mir abverlangt, naja einmal kann man es ja machen.
Eine angenehme Lautstärke, das Gerede der Massen und das Summen der Nadeln harmoniert geradezu.
Ich schaue mir alles an. Es wirkt recht interessant. Die Nadeln bohren sich in den Körper und durch die
perfekte Führung und genaue Auswahl der Farben entsteht ein Kunstwerk für die Ewigkeit,
oder zumindest bis zum Tod.
Ich gehe weiter, weiter hinein. Ich vernehme einen dumpfen Bassrythmus. Ich mag den Rythmus.
Musik ist etwas grandioses, vorallem in der richtigen Atmosphäre. Ich muss zugeben, dass ich die Szene mag.
Nicht umsonst fahre ich auch Motorrad. Es ist automatisch so, dass man auf Menschen mit den gleichen
Interessen trifft und sich einfach versteht. Ein Gemeinschaftsgefühl, wie man es leider viel zu selten findet.
Die Musik kommt aus einem separatem Raum. Wenn ich das richtig lese, dann heißt die Band "No.1 Hamburg".
Sie spielen in einer interessanten Formation. Der Drummer mit ausgezogenem Shirt und von Tattoos überseht,
im Hintergrund, passend zur Veranstaltung eben. Rechts steht der Gitarrist und auf der linken Seite der Cellist.
Er trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "ROCKNROLL MOTHERFUCKER", wie gesagt, stilecht eben ;]
Ihre Musik zieht mich in ihren Bann, Ich komm gar nicht mehr davon weg und meine Füße bewegen sich schon
fast automatisch mit im Takt. Das ist fast schon gruselig, aber zum Glück nur fast...
Doch jede Vorstellung nimmt mal ein Ende und so gehe ich weiter über die Convention.
Ich sehe noch einige interessante Motive und schlender zum Ausgang.
Auch dort Gedränge, aber ich muss sagen, dass es das Ganze auf jeden Fall wert war.
Somit verlasse ich die 12te internationale Tattoo Convention Hamburgs und freue mich auf einen Abend,
wo der Geruch von verbranntem Holz in der Luft liegt... Frohe Ostern
mfG der Feuer liebende Sh4rx
Kommentare: 1
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#1
Du Sau warst an meinem Geburtstag da.. und ich nicht. Jetzt bereuhe ich es noch mehr.
Denn ich mag Musik. 